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Silvestertagung Schloss Neuhardenberg 30.12.2018 – 1.1.2019

Silvestertagung WÄLSUNGENBLUTein inspirierender Jahreswechsel auf Schloss Neuhardenberg

 

ALLE SEHNSUCHT SEINES VERRUFENEN LEBENS

WAR GESTILLT IN IHR, UND ALLES, WAS SICH IHM

KRÄNKEND VERSAGT, WENN ER […] UM FREUND-

SCHAFT UND LIEBE GEWORBEN HATTE –

ES WAR GEFUNDEN IN IHR.      Thomas Mann, Wälsungenblut

 

Mit einer raffinierten erzählerischen Pirouette versetzt Thomas

Mann die skandalumwitterte Inzest-Episode des ersten Aktes von

Richard Wagners WALKÜRE in das dekadente Fin de siècle-Milieu

seiner Gegenwart und skizziert in Wälsungenblut das Bild einer

bis ins Rauschhafte übersteigerten Geschwisterliebe.

 

Der Inzest – bei Wagner noch ganz Zeichen von Erwähltheit und

Teil eines utopischen Menschheitstraumes – wird bei Thomas

Mann in direkter Anspielung auf die WALKÜRE zum Zeichen

der Dekadenz zweier Luxuswesen: Das Zwillingspaar Siegmund

und Sieglinde Aarenhold versucht mit einer lustvollen Verzweif-

lungstat der Stagnation und Sterilität ihres privilegierten Lebens zu

entfliehen. Unter der Ohnmacht, zu keiner wirklich schöpferischen

Leistung befähigt zu sein, erliegen sie nach einem Opernabend mit

der WALKÜRE der Versuchung und vollziehen den Liebesakt – und

das unmittelbar vor der Hochzeit Sieglindes…

 

In spielerisch distanziertem, quasi ironischem Erzählton gelangt

Thomas Mann zur Neuinterpretation eines komplexen Tabuthemas:

Wälsungenblut – die indirekte Kritik einer oberschichtspezifischen

unerträglichen Leichtigkeit des Seins?.

Die komplexe Rezeptionsgeschichte der Novelle, die reich an auto-

biografischen Delikatessen des Autors sich auch dem Vorwurf einer

Verfestigung antisemitischer Klischées zu stellen hat, leitet über zu

kulturhistorisch wie anthropologisch relevanten Fragestellungen

nach dem in fast allen Kulturen bestehenden Inzestverbot.

 

 

 

 

Musikalisch bildet dabei der erste Akt der WALKÜRE, der von den Gesangssolisten in Konzertstationen präsentiert wird, das Zentrum

eines vielschichtigen und abwechslungsreichen Musikprogramms, das neben Lesungen und Schauspielsequenzen im Schlosspark und

in den Sälen des Schlosses erklingt: nicht inzestuöse und doch berauschende Lieder und Duette von Fanny und Felix Mendelssohn

als Beispiele einer ganz in Musik sich auslebenden Geschwisterliebe, nachdenkliche und stille Gedichte von Georg Trakl und eine

beschwingte Feier der Silvesternacht, die mit heiteren Chansons im Gartensaal und Walzerklängen auf der Schlossterasse anhebt.

Ein Fest für die Sinne, das Herz und den Geist, künstlerisch anregend gestaltet, kulinarisch höchsten Ansprüchen genügend, in ein-

zigartig historischem Ambiente – wir freuen uns auf drei unvergessliche Tage gemeinsam mit Ihnen im Jahreswechsel als Gäste auf

Schloss Neuhardenberg

 

Referenten & Künstler:

Prof. Dr. Christoph Stölzl,   Kulturhistoriker

Friedrich Dieckmann,         Schriftsteller und Publizist

Hans-Peter Hagedorn,       Literaturwissenschaftler

Anna Hofmann,                  Sopran (Sieglinde)

Michael Connaire,              Tenor (Siegmund)

Alina Pronina,                     Klavier

Anna von Schrottenberg,   Schauspiel & Texte

Burkhard v. Puttkamer,       Bariton & Tagungsleitung

 

Wälsungenblut – Programmflyer zum Download

Wälsungenblut – Anmeldekarte zum Download

  • Schloss Neuhardenberg - ein inspirierender Ort für Silvestertagungen - Foto: Nico Burkhardt
Von 2006 – 2016 konzipierte und realisierte das Zwischenakt– Team alljährlich im Auftrag der Evangelischen Akademie Tutzing die „Tutzinger  Silvestertagungen“ – eine Reihe aus elf stets ausgebuchten Tagungen, in denen musikalische wie literarische Themen in einer ausgefeilten Gesamtdramaturgie jeweils im Jahreswechsel präsentiert wurden.
Ausgehend von der Idee, einem Schriftsteller jeweils einen Komponisten gegenüberzustellen, wurden in den ersten Jahren z. B. die interessanten Bezüge zwischen Wilhelm Müller und Schubert, Eichendorff und Schumann, Mörike und Wolf oder aber Petrarca und Liszt in den Mittelpunkt der Tagungen gestellt. Später folgten dann eingehende Betrachtungen literarischer Figuren und Stoffe w. z. B. Mignon, Suleika oder Tristan, aber auch Themen wie die experimentelle Lyrik Ernst Jandls oder mit „Nur Goldstaub in der Luft?“ eine Silvestertagung zur Salonkultur.
Im Jahreswechsel 2016/2017 gastierte die Tagungsreihe mit „Genie im Rausch?“ – Thomas Mann: Dr. Faustus erstmals aufSchloss Neuhardenbergbei Berlin. Aufgrund des überaus großen Erfolgs wird die Tagungsreihe nach „Risse im Licht?“ auch zum Jahreswechsel 2018/19 an diesem atmosphärisch einzigartigen Ort mit WÄLSUNGENBLUT fortgesetzt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Referenten & Künstler der Silvestertagungen 2006 – 2017
Themenkomplex „Literatur“:
Themenkomplex „Musik“:
Musiker & Schauspieler

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