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Tiefenrausch

Burkhard v. Puttkamer - Erfinder der Schleusenkonzerte
Tiefenrausch
Immer wieder brechen Künstler aus den gewohnten Schemata des Musikbetriebes aus. Doch kommt es in der Tat darauf an, wie und wo man seine Kunst ausübt und allein schon der Ort kann quasi künstlich genug sein, um jene Komplexität zu befördern, die nun einmal zu großer Kunst gehört, denn Musik ist – wie der „Komponist“ in Straußen´s „Ariadne auf Naxos“ singt – die Kunst, zusammen zu nehmen alle Arten von Mut.“
Christiane Korth traf einen mutigen Mann, den Bariton Burkhard v. Puttkamer:

 

„[…] Die Firma Zwischenakt, zu der neben v. Puttkamer zwei Pianisten und zwei weitere vielseitige Mitarbeiter gehören, fungiert selbst als Veranstalter und sucht selbst für ihre Konzerte an ungewöhnlichen Orten Kooperationspartner, z. B. Reiseveranstalter. In sein Konzertprogramm lässt sich der Sänger jedoch von keinem Unternehmen hineinreden.

Auch in Bielefeld trug der Bariton den bekannten Schubert-Liederzyklus erfolgreich vor, als „Endstation Winterreise“, in einem Konzert, das sich an die inszenierte nächtliche Irrfahrt des Publikums mit einer Straßenbahn anschloss. Die Zuschauer wurden bei zugeklebten Fenstern bewusst orientierungslos gelassen auf dem Weg zu einem ihnen unbekannten Ort. Solche Konzerte an ungewöhnlichen Orten lassen sich auch wenn sie ausverkauft sind nur bedingt wiederholen. Die Idee lässt sich auch nicht beliebig in jede Stadt exportieren, weil dafür jeweils Geschäftspartner und Auftrittsorte gefunden werden müssen. Das bedeutet für sich schon einen hohen Organisationsaufwand, den der Sänger mit zu leisten hat. Der künstlerische Aufwand, das Programm zu entwickeln und einzustudieren, bleibt davon unberührt […]“

 

Deutschlandfunk Studiozeit „Musikjournal“, 29.08.2005

 

 

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